Read Die Eroberung Mexikos by Hugh Thomas Online

Title : Die Eroberung Mexikos
Author :
Rating :
ISBN : 3100780035
ISBN13 : 978-3100780034
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : S Fischer 1 Januar 1998
Number of Pages : 182 Pages
File Size : 968 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Eroberung Mexikos Reviews

  • jblaustein
    2018-12-05 10:57

    Ein unglaubliches Buch: selten sind historische Werke so abwechslungsreich, spannend und mitreißend verfasst. Der Autor entwirft ein unvergessliches Szenario an Personen, Landschaften und Begebenheiten. Die kaum zu überblickende Detailfülle ist es, die diesem Buch die Aura einer perfekten, scheinbar selbst erschaffenen Welt verleiht.Dank der jahrelangen Auswertung der zahlreichen Zeugenberichte, der Vernehmungen und den im 16. Jh. verfassten "Codizes" über die Ereignisse in Mexiko wird ein hohes Maß an Objektivität erzeugt und in dramatischer Form dargeboten. Im Ringen mit der Fülle an überlieferten Details über das Geschehen werden die fantastisch anmutenden Abenteuer, Intrigen, Machtspiele, Kriege und die rohe Gewalt der Conquistadoren in fast buchhalterisch nüchterner und dadurch, so scheint's bezweckt, in oft ironischer Form präsentiert. Der Leser befindet sich mitten drin im Aufeinanderprallen zweier Kulturen im exotischen Mittelamerika. Gleichzeitig hat er die Möglichkeit - eben anhand der Detailfülle -, sich zu distanzieren, Partei zu ergreifen, Schilderungen in Frage zu stellen... vor allem aber mitzudenken und mitzuerleben!Thomas schildert ausführlich die Kultur der Mexika (Azteken), beschreibt die politischen Zustände des spanischen und des mexikanischen Imperiums und vergißt bei allem Schlachtgetümmel und der starken Fokussierung auf einzelne Charaktere nicht das eigentliche Problem der Conquista: die Zerstörung einer Hochkultur und das Auslöschen ganzer Völkerstämme, das von Goldgier und Macht getriebene Vorgehen der Spanier und ihr respektloser Umgang mit der Kultur und Religion der neuen Welt.Trotz der scheinbaren Objektivität zum Geschehen kommt die Leidenschaft des Autors für eine der Hauptpersonen immer wieder zum Vorschein: Hernan Cortés, der Führer (caudillo) des Unternehmens wird - auch dies geschieht oft ironisch - überhöht dargestellt. Gottgleich handelt er mit Weisheit, Voraussicht, Hinterlist und Unfehlbarkeit, besitzt Charisma und Eingebung genug, um in jeder Lage taktisch klug zu entscheiden. Doch es ist pures Vergnügen, ihm (in der Beschreibung des Autors) zu folgen. Spätestens nach der Hälfte des Buches wird das Vergnügen zum Verlangen.Das Buch lebt neben der eigentlichen Handlung von seiner lebendigen (für Hugh Thomas typischen) Sprache, die auch durch die Übersetzung nicht eingebüßt hat. Selbst die durch Einzelheiten verschachtelten Sätze klingen wie Musik, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, die spanischen Namen der Eroberer und vieler Ortschaften fehlerfrei zu lesen (und sogar mitzusprechen!): z.B. Bernal Díaz del Castillo, Villa Rica de la Vera Cruz usw. Oder wie wär's mit den indianischen Namen für Personen und Städte? Die Hauptstadt Mexikos, Tenochtitlan, ist da noch ziemlich einfach. Schwieriger wird es bei Huitzilopochtli, Ixtlilxochitl oder Cuauhtémoc.Wer bereits andere Werke von Thomas kennt - wie das voluminöse "Cuba" (leider nur gekürzt u. ungenügend ins Dt. übersetzt) oder "The Atlantic Slave Trade" (noch keine dt. Ausg. erschienen) - weiß seinen Stil sicher zu schätzen und kann sich mit diesem Buch in gewohnter Ausführlichkeit auf die spannende Reise nach Mexiko begeben. Für alle, die Hugh Thomas noch nicht gelesen haben: Kauft! Lest! - Und lasst euch nach Mexiko entführen!

  • Amazon Customer
    2018-11-23 11:07

    meisterhaft und ohne falsche Sentimentalität. Der Autor hat sich tatsächlich in diese Archive in Spanien "vergraben"und hat alles für uns rausgeholt. Und eines der spannendsten Bücher über diese Zeit geschrieben. Cortes, Montezuma, die Conquistadoren, die Azteken, die Waffen, die Hunde, die Pferde, die Krankheiten, die Schiffe, die Fehler - alles wird mit äußerster Hingabe zum Detail beschrieben.Was mich am meisten beeindruckt hat war seine Frage über unser mögliches Verhalten "heute" ggü einer solchen Kultur. Was hätte ein Europäer von heute getan angesicht einer solchen, von grausamen Riten durchtränkten Hochkultur? -Ich bin noch auf keine akzeptable Antwort gekommen...

  • None
    2018-12-11 15:10

    Sehr gut recherchiertes Buch das wirklich fesselt. Motive und Hintergründe der Spanier und Mexica werden hervorragend dargestellt. Spannender als ein fiktiver Roman und wesentlich tragischer. Das Buch ist für die Geschichte der neuen Welt ein Standardwerk wie Sebouls "Grosse französische Revolution" für Frankreich.

  • Amazon Customer
    2018-12-05 15:58

    Nichts ist spannender, als die Wahrheit. Hier werden geschichtliche Fakten so lebendig erzählt, daß aus Historie eine fesselnde Geschichte wird. Eine besondere Leistung von Thomas ist es, beide Kulturen (die spanische und die mexikanische) und beide Charaktäre (Cortes und Montezuma) so objektiv darzustellen, daß beide Positionen ohne weiteres nachvollziehbar werden. Diese Episode der Weltgeschichte ist ein unfassbares Drama, das jede fiktive Geschichte in Sachen Spannung und Unterhaltungswert in den Schatten stellt.

  • Robert Hoerner
    2018-11-29 13:04

    Ich habe mich interessehalber schon seit längerem mit der Geschichte Lateinamerikas befasst und daher schon einiges über das Thema und aus Texten der damals Handelden gelesen. Aber Hugh Thomas's Buch ist so tiefgehend, dabei so spannend und so eindringlich, dass man es einfach nur deswegen aus der Hand legen muss, weil man es unmöglich am Stück lesen kann.Es beschreibt die Geschichte Mexicos vor der Eroberung sowie ausführlich die Eroberung selbst; die Zeit nach der Eroberung wird kurz angerissen. Er geht nicht besonders auf die Verbrechen der Eroberer ein, aber er verschweigt sie auch nicht. Er ist kein Bartolome de las Casas. Er berichtet, aber so lebendig, als habe er es selbst erlebt.Er stellt auch den zeitlichen Zusammenhang der Geschehnisse in Mexico und Europa her: die Zeit 1520-1525 war eine besondere Zeit nicht nur für Mexico sondern, durch Luther, die Bauernkriege, den Wechsel im Vatikan und die Inthronisierung von Karl V., für die ganze damalige europäisch beeinflusste Welt. Eine ganz besondere Zeit auch innerhalb der geistigen und wirtschaftlichen Umwälzungen, die durch die Entdeckung des Seewegs nach Indien, die Entdeckung Amerikas und der erste Weltumsegelung die europäische Vorherrschaft und den Kampf der europäischen Mächte um die Vorherrschaft innerhalb dieser Hegemonie zur Folge hatte: Cortes' Beute wurde ihrerseits Beute französischer Piraten. Und ausgerechnet ein afrikanischer Sklave verschleppt die Pocken nach Amerika, an der so viele Menschen, meist Ureinwohner, starben.Als besonderes Verdienst dieses Buches werde ich immer ansehen, dass Thomas die Azteken trotz ihrer Religion, für die Menschenopfer und ritueller Kannibalismus etwa so geläufig war wie Weihwasser-Spritzen in Kirchen, als andererseits zivilisierte, intellektuelle und gesittete Menschen, mit bildender Kunst, Musik, Literatur, mit einer wohlgeordneten Gesellschaftsstruktur, mit einer hochstehenden Bildung, die sich auch in ausgezeichneter Architektur und weitreichenden Handelsbeziehungen zeigte, darstellt und ausweist. Er spricht nicht von "Häuptlingen", sondern von Königen und nennt Montezuma und seine Nachfolger zurecht "Kaiser", und seine Botschafter Diplomaten. Sie kämpfen um ihre Art zu leben wie die Götter, die sie verehren, aber sie haben sich zuviele Feinde gemacht.Er zeigt uns die damalige Gesellschaft Mexicos und macht in gewisser Weise die damals handelnden Personen wieder lebendig. Montezumas panische Furcht vor denen, die im Jahr 1 Rohr, und am richtigen Tag dieses Jahres, an Land gingen, die Ungestümtheit anderer, die die Spanier sofort töten wollten, Cortez selbst, seine Taktierererei und seine Kumpanei mit Leuten wie Alvarado.Es ist ein wunderbares Buch. Lesen Sie es aufmerksam, es ist ein wahrer Genuss. Und Sie wissen mit diesem Buch etwas besser "wie es damals wirklich war".