Read Am Anfang war das Korn: Eine andere Geschichte der Menschheit by Hansjörg Küster Online

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Die Geschichte der Menschheit lsst sich als eine Geschichte der Entdeckungen, der Eroberungen oder der Aufklrung erzhlen Hansjrg Kster lehrt uns in diesem bedeutenden Buch einen anderen Blick Der Mensch ist, was er st und erntet Kultivierung ist der Akt der Menschwerdung schlechthin Um Kulturpflanzen anzubauen, wurden Menschen sesshaft sie wurden Bauern, die sich die Erde untertan machten, wie es in der Bibel heit Landwirtschaft und Kulturpflanzenanbau entwickelten sich an mehreren Orten der Erde etwa zur gleichen Zeit, aber unabhngig voneinander in Vorderasien, in Sdostasien, an verschiedenen Orten in Afrika, in Mittel und Sdamerika Um den Anbau von Korn, Hlsenfrchtlern und lpflanzen zu ermglichen, musste die Umwelt teilweise stark verndert werden An den groen Strmen des Orients brauchte man eine knstliche Bewsserung Sie funktionierte nur, wenn eine weit entwickelte ffentliche Verwaltung vorhanden war Man schuf staatliche Strukturen und die Schrift Kulturpflanzen wie Weizen und Roggen, Erbse und Linse, Mais und Kartoffel sowie die vielen Gewrze sind aber auch Vorboten der Globalisierung Schon vor Jahrtausenden wurden Kulturpflanzen und die Techniken ihres Anbaus zwischen den Zentren der kulturellen Entwicklung ausgetauscht Weizen aus dem Orient gelangte nach China, von dort aber kam die Technik, Bume zu veredeln, bereits im Altertum nach Europa....

Title : Am Anfang war das Korn: Eine andere Geschichte der Menschheit
Author :
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ISBN : 3406652174
ISBN13 : 978-3406652172
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : C.H.Beck Auflage 2 15 Januar 2018
Number of Pages : 171 Pages
File Size : 988 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Am Anfang war das Korn: Eine andere Geschichte der Menschheit Reviews

  • Kurt Fiedler
    2018-11-04 22:56

    Da hatte ich mir doch etwas mehr Geschichtshintergrund, so zB die Besiedlungsentwiccklung durch den Ackerbau in Mittel- und Westeuropa, in Asien und Amerika versprochen. Die vielen Aufzählungen der Kulturpflanzen, ihrer biologischen Einordnung und ihrer Pflege sind doch wohl eherr für Fachleute interessant.Es ist der Titel, der den interessierten Laien verführt. Dennoch: für manche neue Erkenntnis bin ich dankbar.

  • Kritischer Leser
    2018-11-09 22:56

    ALLGEMEINESHansjörg Küster (*1956) ist Biologe und Professor für Pflanzenökologie. Man kann daher davon ausgehen, dass er sein Fach und das Thema dieses Buches beherrscht. Seine akademische Ausbildung ist im Buch erkennbar. Dem Verlag muss man für den formalen Aufbau des Buches und dessen Ausstattung ein Kompliment machen. Die Papierqualität ist ausgezeichnet. Das Satzlayout ist ruhig und seriös. In den Fußzeilen jeder Zeile findet man links die Kapitelüberschrift und recht einen Kurztext zum Inhalt der jeweiligen Seite. Es gibt ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis getrennt nach Kapiteln und ein Register der Pflanzennamen. Wenn man an der Historie einer bestimmten (Kultur-)Pflanze interessiert ist, findet man leicht einen direkten Zugang. Ab und zu ist man versucht, mit der flachen Hand über die glatten Seiten zu streichen - wegen der angenehmen Haptik.ZUM INHALTIrritierend ist allerdings der Titel, genauer der Untertitel: „Eine andere Geschichte der Menschheit“. Besser wäre es gewesen, wenn man ihn „Darstellung der Geschichte der Kulturpflanzen“ genannt hätte. Denn es geht im Buch weniger um den Menschen, als um die Pflanzen. Für Küster ist (S. 13) die „zentrale Innovation der Menschheitsgeschichte der Beginn des Ackerbaus“. Es gilt (S. 25): „Auch Pflanzen, deren Produkte wir als Lebensmittel verwenden, sind Individuen.“ Jede von ihnen sei einmalig, auch wenn diese Betrachtungsweise üblicherweise uns Menschen fremd sei. Damit wird erkennbar, mit welchem Respekt vor seinem Objekt (den Pflanzen) Küster das Thema behandelt.Allerdings führt dies auch dazu, dass Küster mit viel, manchmal zu viel Detailinformation über viele Seiten alle möglichen Aspekte betrachtet. Das mag Biologen oder Landwirte äußerst aufschlussreiche Erkenntnisse bringen. Wer hier nicht fit ist, findet diese Erläuterungen sicherlich nicht gerade kurzweilig. Es verführt dazu, dass man einige Passagen höchstens noch querliest. Küster beschreibt quasi die Koevolution zwischen Mensch, Pflanze und nebenei auch noch Haustier. Er zeigt auf, wie sich die Menschen und damit auch die Kenntnisse über Pflanzen über den Erdball verbreitet haben. Man kann nachvollziehen wie sich die Landbewirtschaftung vom „Fruchtbaren Halbmond“ im Nahen Osten (um die Flüsse Euphrat und Tigris) ausgebreitet hat bis in den Mittelmeerraum. An einzelnen Pflanzen erläutert Küster exemplarisch, wie sie von Wild- zu Kulturpflanzen geworden sind. Er meint, dass vieles wahrscheinlich dem Zufall zu verdanken sei und weniger systematischen Überlegungen unserer Vorfahren. Die Erweiterung des Spektrums an essbaren Pflanzen sei, so Küster, in Mitteleuropa lange von Adligen, reichen Bürgern und Klöstern ausgegangen und keineswegs von einfachen Bauern (S. 231).Küster räumt an einigen Stellen auch auf mit einer Landwirtschaftsromantik. So formuliert er beispielsweise (S. 254): „In Europa bauten Landwirte seit Jahrtausenden Pflanzen an, die dort nicht einheimisch sind. Schon aus diesem Grund stand Landwirtschaft nie in einem Kontext von 'Natur'. Immer schon musste … kultiviert werden.“ Zu den sogenannten ökologischen Lebensmitteln stellt er fest (S. 259): „Ob man nun zu der einen [= biologischen] oder der anderen [= konventionellen] Form von Lebensmittel greift, ist mehr oder weniger stark weltanschaulich gesteuert. (…) Aus naturwissenschaftlicher Sicht lässt sich nicht pauschal sagen, welche Form der Lebensmittelproduktion die bessere ist.“ Bio-Fans würden dem wohl nicht zustimmen.Eine interessante verdeckte Erklärung für den kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt in den sogenannten gemäßigten Zonen findet man im Zitat (S.263): „Die Früchte der Tropen konnten jederzeit gepflückt und gegessen werden. Man brauchte keinen Anbau dieser Gewächse. Man fand sie dann, wenn man sie suchte.“ Techniken zur Ernte, zur Aufbewahrung und Aufbereitung waren nicht oder kaum erforderlich. Vorratshaltung und Regulierung der Bewässerung erforderten koordinierte Vorgehensweise und waren nach Küster Quelle einer zentralen Administration. Dass aber das Christentum (S. 110) „ohne Anbau oder wenigstens von Wein als Getränk nicht denkbar“ gewesen sei, bleibt unbegründet im Raum bzw. Buch stehen. Oder steckt dahinter vielleicht die provokante These, dass man Religion nur im Suff ertragen könne(was vielleicht Atheisten vermuten könnten)?Zum Schluss steht der Satz (S. 273): „Mit dem Korn fing alles an, vom Korn hängt alles ab, gestern, heute und auch morgen.“ Wenn damit gemeint ist, dass Nahrung nun einmal sein muss, dass geistige Höhenflüge ohne sie nicht möglich sind, weil erst einmal dieses Grundbedürfnis befriedigt werden muss, könnte man das so stehen lassen. Aber wie heißt es doch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!BEURTEILUNGEin auch handwerklich sehr solide erstelltes Buch mit dem Hang zur Detailverliebtheit. Mehr eine Geschichte der Kulturpflanzen als eine „andere Geschichte der Menschheit“. Es erfüllt sicherlich auch wissenschaftliche Ansprüche und trägt wahrscheinlich zum weiteren guten Ruf Küsters in Fachkreisen bei. Der wenig biologisch vorgebildete Leser (oder der, welcher fast alles aus dem Biologieunterricht wieder vergessen habt) muss sich durch sehr viele Details durcharbeiten, die oft nur Aufzählungen gleichen, oder diese Textpassagen einfach einmal überspringen. Die Sprache ist teilweise sehr nüchtern. Man wünscht dem Autor ein wenig von der Lockerheit, mit der US-amerikanische Fachleute über ihr Gebiet schreiben.

  • Drosophila
    2018-10-20 17:57

    dem autoren gelingt es eine flüssige gut lesbare abhandlung über die entwicklung und ausbreitung der landwirtschaft, aber auf kosten viel zu starker vereinfachungen. er stellt vermutete entwicklungen als selbstverständliche tatsache dar, verarbeitet die für ihn passenden erkenntnisse und lässt unliebsame unter den tisch fallen. falsch ist dabei wenig, gerade neulinge auf dem gebiet bekommen aber einen komplett falschen eindruck. nur für leser mit vorwissenwissen zu empfehlen - die werden sich dann aber langweilen oder über geldverschwendung traurig sein.

  • Bissiges Krokodil
    2018-11-06 20:59

    "Am Anfang war das Korn" beschäftigt sich auf knappen 273 Seiten mit der Entstehung, Ausbreitung und Veränderung der Landwirtschaft und der Entdeckung und Ausbreitung der wichtigsten Kulturpflanzen.Das Buch ist sehr gut gegliedert und kommt schnell zur Sache, unnötige Anektoden vermeidet es. Die Sprache ist wissenschaftlich nüchtern, aber trotzdem sehr gut verständlich, da es auf ungewohnte Fremdwörter und große Satzungetüme verzichtet. Mit seinem nüchternen, klaren Stil hebt es sich meiner Meinung nach positiv von vielen populärwissenschaftlichen Werken aus dem angelsächsichen Raum ab, die oft viel Text mit überflüssigen Anektoden, aber wenig klare Fakten aufweisen.Bei manchen Themen wie der Durchsetzung der amerikanischen Kulturpflanzen Kartoffel, Tomate etc. hätte ich mir aber mehr Details in Bezug auf deren Übernahme in einzelnen Teilen der Welt gewünscht. Außerdem vergisst der Autor zunächst die Aufzählung der Ananas bei den amerikanischen Pflanzen, holt dies aber später zu meiner Freude nach.Aufgelockert wird das Buch durch farbige Karten, Diagramme und Fotos zu den Themen, die die Länge des Texts aber nicht unangemessen beeinträchtigen.Fazit: Eine sehr schöne Einführung in die Geschichte der Landwirtschaft und der Kulturpflanzen, die mitunter etwas detaillierter hätte sein können. Für die 273 Seiten gibt das Buch dem Leser aber sehr viele Fakten und vermeidet unnötige Schwafelei. Ich habe es sehr gerne gelesen und werde es zur Wiederauffrischung immer wieder mal nutzen.

  • septemptrix
    2018-11-11 20:32

    Ich bin enttäuscht von dem Werk, da es hauptsächlich eine Aufzählung von Kulturpflanzen darstellt und nicht auf Details des Anbaus und der Verbreitung eingeht. Einige Fotos sind überflüssig - jeder weiß doch, wie ein Getreidefeld aussieht...Eine Unklarheit ist mir aufgefallen:Heute wird bezweifelt, ob Kolumbus der Entdecker Amerikas war, wovon der Autor noch ausgeht. Die Wikinger, Polynesier und vielleicht auch die Chinesen waren wahrscheinlich schon vorher dort. In der Folge könnte man doch schließen, daß Amerika vom Pflanzenaustausch nicht so isoliert war, wie der Autor behauptet, und manche Pflanze Amerikas nicht erst nach 1492 in die anderen Erdteile transportiert wurde.