Read Unzivilisierte Kriege im zivilisierten Europa?: Die Balkankriege und die öffentliche Meinung in Deutschland, England und Irland 1876-1913 (Krieg in der Geschichte) by Florian Keisinger Online

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Eine Studie zur medialen Wahrnehmung von Krieg und Gewalt auf dem Balkan, wo sich im Vorfeld des Ersten Weltkrieges die Kriegsrealit t des 20 Jahrhunderts ank ndigte.Ohne Krieg keine Nation und kein Nationalstaat das wurde im 19 Jahrhundert zu einer europ ischen Erfahrung Die Nation sprach vom Volkskrieg, doch die Staaten suchten ihn im Stil eines Kabinettskrieges zu f hren Der Krieg sollte m glichst nicht auf die Zivilbev lkerung bergreifen....

Title : Unzivilisierte Kriege im zivilisierten Europa?: Die Balkankriege und die öffentliche Meinung in Deutschland, England und Irland 1876-1913 (Krieg in der Geschichte)
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ISBN : 3506766899
ISBN13 : 978-3506766892
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Sch ningh Auflage 1 17 September 2008
Number of Pages : 388 Pages
File Size : 970 KB
Status : Available For Download
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Unzivilisierte Kriege im zivilisierten Europa?: Die Balkankriege und die öffentliche Meinung in Deutschland, England und Irland 1876-1913 (Krieg in der Geschichte) Reviews

  • Reinhard Kuhn
    2019-03-30 13:35

    Der Band beschäftigt sich mit der Frage, wie Krieg und Gewalt auf dem Balkan in den knapp vierzig Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wahrgenommen und medial vermittelt wurden.Im Gegensatz zur bekannten Studien von Maria Todorova, "Die Erfindung des Balkans. Europas bequemes Vorurteil" (Imagining the Balkans) wird argumentiert, dass es im westlichen Europa kein dezidiert negatives Balkanbild gab, sondern dass die Vorstellungen, die sich der Westen von Südosteuropa machte, ebenso vielgestaltig ausfielen wie die Erwartungen an einen künftigen europäischen Krieg.So wurden insbesondere in der liberalen englischen sowie irischen Presse die nationalen Befreiungskriege der kleinen Balkanstaaten überwiegend wohlwollend bewertet, während in der deutschen und konservativen englischen Öffentlichkeit die Bedeutung der Türkei als einem wichtigen Ordnungsfaktor der europäischen Politik betont wurde. Diese unterschiedlichen Blickwinkel waren entscheidend, wenn es um die Frage ging, wer für die zahllosen Gräueltaten, die während der Balkankriege verübt wurden, verantwortlich gemacht wurde. Während Konservative die Balkanstaaten in der Verantwortung sahen, gaben Liberale und irische Nationalisten den Türken die Schuld. Eine solche Vielgestaltigkeit der Lesarten war möglich, da die Kommunikation zwischen den Kriegsberichterstattern vor Ort und den Redaktionen der großen europäischen Zeitungen aufgrund der strengen Zensurmaßnahmen der Krieg führenden Staaten nur sehr mangelhaft funktionierte. Dies hielt die europäische Presse jedoch nicht davon ab, in unzähligen Berichten und Kommentaren über die Kriege im Südosten Europas zu berichten.Das Buch verdeutlicht eindrucksvoll, wie wichtig insbesondere auf dem Gebiet der Medien- und Kommunikationsgeschichte der Standort des Betrachters für die Bewertung der Ereignisse ist. Ein Top-Buch.