Read Musik hinter Stacheldraht. Tagebuchblätter aus dem Sommer 1940 Mit Beiträgen von Eva Fox-Gál und Richard Dove by Eva Fox-Gal Online

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Musik hinter Stacheldraht ist ein fesselnder Bericht aus erster Hand ber f nf Monate Internierungshaft Hans G l, sterreichischer Komponist, und andere mitbetroffene Fl chtlinge des Dritten Reiches werden 1940 zun chst in Huyton bei Liverpool und sp ter auf der Isle of Man als feindliche Ausl nder interniert Diese H ftlinge bilden eine bunte Mischung bedeutender Pers nlichkeiten, die sp ter eine besondere Stellung sowohl im intellektuellen als auch im kulturellen Leben Gro britanniens und zum Teil auch im internationalen Geistesleben einnehmen und wie Figuren in einem Roman aus den Seiten dieses Tagebuchs hervortreten Es ist ein tragikomisches menschliches Drama, ersch tternd und erheiternd zugleich, h chst lesenswert und letztlich ein Denkmal des menschlichen Geistes und der Kraft der Musik, die den Stacheldrahtzaun geistig berwinden Dem Buch liegt eine CD mit Hans G ls Huyton Suite geschrieben f r die einzigen damals vorhandenen Instrumente und mit der ersten Rekonstruktion seiner Musik f r die Lager Revue What a Life bei, ausserdem enth lt es eine allgemeine historische Einf hrung in die britische Internierungspolitik w hrend dieser kritischen Periode des 2 Weltkriegs und eine biographische Einf hrung in das Leben Hans G ls....

Title : Musik hinter Stacheldraht. Tagebuchblätter aus dem Sommer 1940 Mit Beiträgen von Eva Fox-Gál und Richard Dove
Author :
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ISBN : 3906764877
ISBN13 : 978-3906764870
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Peter Lang AG, Internationaler Verlag der Wissenschaften 19 Dezember 2003
Number of Pages : 177 Seiten
File Size : 986 KB
Status : Available For Download
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Musik hinter Stacheldraht. Tagebuchblätter aus dem Sommer 1940 Mit Beiträgen von Eva Fox-Gál und Richard Dove Reviews

  • Ralph  Blumenau
    2019-05-21 05:00

    Als Hitler im Mai 1940 nach Holland, Belgien und Frankreich einmarschierte, wurden tausende von in Groß-Britannien lebenden “enemy aliens” (feindlichen Ausländern) vorsichtshalber interniert. Bei den meisten von ihnen handelte es sich um jüdische Flüchtlinge, die Nazi-Deutschland verlassen und jenseits des Kanals Zuflucht gefunden hatten. Zu ihnen gehörte der Komponist Hans Gál. Seine Gruppe wurde zunächst in einem Lager in Huyton, in der Nähe von Liverpool, untergebracht und später auf die Insel Man verlegt. Das vorliegende Buch enthält seine Aufzeichnungen während dieser Zeit und ist sehr lesenwert. Kürzlich erst wurde es aus dem Deutschen ins Englische übersetzt.Gál war nicht nur Musiker, sondern auch ein Künstler des Wortes, was sich dermaßen in diesem Text niederschlägt, dass man fast glauben könne, mit dabeigewesen zu sein. Da ist natürlich zunächst die Erbostheit, überhaupt interniert zu sein. Die ersten Tage waren besonders hart, die Insassen schliefen auf dem Boden, hatten nicht genug zu essen und die sanitären Verhältnisse waren unzureichend, doch auch später spricht Gál bissig und empört über die Kälte und Inkompetenz der Militärbehörden, wenn er sie auch – mit einer Ausnahme – von Böswilligkeit freispricht; im Gegensatz zu den Nazis waren sie schließlich nicht darauf aus, die Internierten zu misshandeln.Es zeigte sich, dass sich die Insassen selbst besser organisierten, als es die Behörden konnten: so waren diese z.B. dankbar für die Kartei, die ihnen die Internierten anlegten: so etwas schien den Autoritäten nicht einmal in den Sinn gekommen zu sein und so hatten sich tausende von Briefen für die Insassen aufgestapelt, einfach, weil die Verwaltung nicht wusste, wo der Adressat nun seine Bleibe im Lager gefunden hatte. Die Selbstverwaltung ging jedoch noch viel weiter. Viele der Internierten waren anerkannte Musiker oder Akademiker und so wurde das Lager schnell zu einem sehr lebendigen Kulturzentrum, das Vorlesungen oder Konzerte anbot. Hier spielte Gál natürlich eine große Rolle.In Huyton hatte er schon eine Suite für zwei Geigen und Flöte komponiert (andere Instrumente standen nicht zur Verfügung), später dann auch die Musik für eine Revue, die zweimal aufgeführt wurde, das zweite Mal am Tag seiner Entlassung. (Die Suite und die Musik für die Revue liegen als CD dem Buch bei.) In der Musik zeigt sich sein Witz, wie auch in dem Buch selbst; mit einem gewissen Amusement hält er die Szenen eines Lebens fest, das so komisch ja keineswegs war, besonders für einen fast überaktiven und empfindsamen Menschen. Er findet immer das passende Wort. Die körperlichen und charakterlichen Eigenschaften seiner Freunde, wie auch vieler der Internierten überhaupt, werden brillant dargestellt. Beeindruckend ist auch seine großzügige Anerkennung und Wertschätzung der Eigenschaften Anderer.Die bewegendsten Notizen finden sich am Ende, niedergeschrieben auf dem Schiff, das ihn nach England und in ein normales Leben zurückbrachte; er widmet sich den positiven Seiten seiner Erfahrungen im Lager – der Kameradschaft, dem Gemeinschaftssinn und der Selbstlosigkeit, die sich dort entwickelt hatten, und erkennt, “dass unser Leben hier eine neue und edlere Bedeutung erlangt hatte … und dass wir reicher geworden waren durch diese Atmosphäre der Freundschaft und der Kameradschaft, die wir so nie vorher gekannt hatten”.(Englische Rezension übersetzt von Thomas Dunskus.)

  • Ralph  Blumenau
    2019-04-29 05:08

    In May 1940, when Hitler launched the invasion of Holland, Belgium and France, the British government interned, as a precaution, many thousands of "enemy aliens" living in Britain. A very high proportion of these were in fact Jewish refugees from Nazi Germany. Among them was the composer Hans Gál. His group were first interned in a camp at Huyton, outside Liverpool, and were then moved to the Isle of Man. This book is the diary he kept during that time, and it makes absorbing reading. (So far this work, written in German, has not yet appeared in English.)Gál was not only a musical but also a literary artist, and this diary is so vividly written that one feels one is sharing all his experiences. There is of course the indignation that these refugees should have been interned at all. The early days were particularly hard, with internees having to sleep on the floor,and with insufficient food and inadequate sanitary arrangements; but even later Gál expresses sardonic and angry contempt at the insensitivity and incompetence of the military authorities, though he usually (with one exception) acquits them of malevolence: unlike the Nazis, they were after all not out deliberately to maltreat the internees. In fact they organized themselves much more efficiently than the authorities were able to do - the latter grateful, for example, at the card-index the internees provided: such an idea seemed never to have occurred to them, and as a result thousands of letters for the internees had piled up simply because the authorities were not sure in which of the houses a particular internee was accommodated. But self-organization went far beyond such administrative matters. Many of the internees were distinguished musicians and academics, and the camp very soon became a lively cultural centre, with lectures and concerts. In the latter Gál played a major part. While in Huyton, he composed a suite for two violins and flute (the only instruments at that time available in the camp), and later he wrote the music for a revue which was performed twice, the second time the day before his release. (The suite and the music for the review are recorded on a CD which comes with the book.) In the music we find the same wit that we find in the book: he records with amusement the comedies of a life which in general was not at all comic, especially for a man of his highly-strung and sensitive nature. He always finds the precise word: the physical conditions and the characters of his friends and of so many of the internees are brought brilliantly to life. Attractive also is his generous recognition and estimation of the qualities of others. The most moving pages are the last ones, which he penned on board the ship on which he returned to England and normal life: he reflects on the positive aspects of the experience, a sense of friendship, community and unselfishness which had developed in the camps, an awareness that our life here had acquired a new and nobler meaning ... and that we all felt enriched as a result and enjoyed the warmth of an atmosphere of friendship and comradeship such as we had never known before.